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Der Sexismus des Feminismus

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Die Kinderfresser-Bar: Der Sexismus des Feminismus

Mittwoch, 21. September 2011

Der Sexismus des Feminismus

Ich begrüße hier im Blog eine Gastautorin, Dorina Schacknat. Sie über sich: "Selbstdarstellung?? Fuck, keine Ahnung."

Mein Aufregerthema der letzten Wochen ist die als Vorwurf gemeinte Feststellung, die Piraten hätten ganz wenig Frauen und in Berlin stehe nur eine Frau auf der Landesliste. Dieser Vorwurf ist aus zwei Gründen unsinnig. 

Zum Einen lässt sich schlicht nicht nachweisen, wie viele Frauen tatsächlich Mitglied der Piraten sind, da dazu keine Daten erhoben werden. Das Merkmal Geschlecht wird auf dem Mitgliedsantrag nicht abgefragt. Letztlich wird hier daher lediglich eine Vermutung als Tatsache dargestellt. Wobei ich auch den Eindruck habe, dass bei den Piraten tendenziell mehr Männer Mitglied sind als Frauen. 

Doch wie sieht das bei anderen Parteien aus? Ich beschränke mich hierbei auf die derzeit im Bundestag vertretenden Parteien. Die Linke und Die Grünen stehen mit jeweils 37 % Frauenanteil noch am besten da. Gefolgt von SPD mit 31 % und CDU mit 25 %. Mal wieder ist die FDP der Verlierer, sie haben lediglich einen Frauenanteil von 23 %. Wir sehen also, auch die übrigen Parteien haben deutlich mehr Männer als Frauen.

Wenn der Vorwurf lediglich an dieser Stelle scheitern würde, könnte ich damit leben, aber was mich als Frau wirklich wütend macht, ist die Tatsache, dass den Piraten Sexismus vorgeworfen wird, obwohl sie genau diesen im Gegensatz zu den übrigen Parteien nicht praktizieren. Warum erheben die Piraten keine Daten zum Geschlecht ihrer Mitglieder? Weil sie dieses Merkmal nicht für relevant halten. 

Sie machen de facto keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Andreas Baum sagte den wunderbaren Satz: 
Wir wollen Frauen nicht durch eine Quote degradieren.
Vielen Danke für diesen Satz. Die Piratenpartei ist die einzige mir bekannte Partei in der BRD, die tatsächlich keinen Sexismus betreibt. Jede Quotenregelung führt zwangsläufig dazu, dass ein Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht wird. Der Feminismus hatte seine Daseinsberechtigung. Doch wenn das Ziel des Feminismus ist, Unterschiede zwischen den Geschlechtern hinsichtlich Chancen und Möglichkeiten zu überwinden, dann muss ich sagen, wir sind verdammt nah dran. Der letzte logische Schritt ist es, Menschen nach ihren Bedürfnisse und Fähigkeiten leben zu lassen. 

Die Piraten haben nur eine Frau auf der Landesliste, weil keine weitere kandidieren wollte und nicht etwa, weil Frau bei den Piraten nicht gewollt ist. Wie sieht da die Lösung aus? Wollen wir Frauen zwingen etwas zu tun, was sie nicht tun möchten, nur damit sich das besser im Fernsehen macht? Ist es wirklich ein Weg zur Gleichberechtigung, Mann und Frau immer und überall in einer 50/50-Quote gleichzuverteilen? 

Wenn das Ziel eine Gesellschaft ist, in der Menschen nicht auf Grund ihres biologischen Geschlechts in ein gesellschaftliches Rollenbild gedrückt werden, wird ein Feminismus, der in seinem Denken und den Argumenten in den Kategorien von Geschlechtern feststeckt, selbst zum Hemmschuh der Gleichberechtigung.

Erst wenn wir aufhören dem Merkmal Geschlecht Relevanz beizumessen, kann sich eine Gesellschaft entwickeln, in der Menschen tatsächlich gleichberechtigt sind.

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4 Kommentare:

Am/um 21. September 2011 um 02:47 , Anonymous Anonym meinte...

Was mich als Wähler an der taz-Kampagne ärgert, ist, dass sie es nicht ehrlich meinen. Die taz steht den Grünen nahe. Die Piraten kosten auch die Grünen Wählerstimmen. Taz und Grüne haben kein ehrliches Interesse daran, dass mehr Frauen den Piraten beitreten oder sie wählen. Sie wollen sie im Gegenteil mit der Kampagne davon abhalten.

 
Am/um 21. September 2011 um 04:09 , Anonymous Arte Povera meinte...

Das ist Quatsch, die taz kritisiert auch die Grünen seit Jahren sehr hart (ich lese die seit 10 Jahren im Abo) und berichtet von allen überregionalen Zeitungen am meisten über uns (das wiederum weiß ich aus der Piraten-Pressearbeit), gewöhnlich übrigens positiv. 2009 wurde die intern sogar noch "unser neues Hausblatt" genannt. ;)

Geschlechterfragen sind halt eines ihrer ständigen Berichtsthemen, deshalb halten die da den Finger in die Wunde - nicht nur bei uns. Insofern meinen sie es gerade, weil sie politisch eine dezidiert linke Zeitung sind, ehrlich damit.

 
Am/um 21. September 2011 um 04:59 , Anonymous Anonym meinte...

Mag sein, aber wenn nebenan das Trittin-Interview steht, in dem er um rotgrün im Bund bangt wegen der Piraten, und täglich 2-3 negative Artikel zum Thema "keine Frauen bei Piraten", "Piraten nicht links", "Piraten zu doof, genug Abgeordnete aufzustellen" etc. erscheinen, hat das doch einen leichten Beigeschmack. Und ich weiß nicht, warum lauter taz-Frauen und "Genderberaterinnen" nun meinen, stellvertretend für die Frauen bei den Piraten irgendwas fordern zu müssen. Soweit ich es mitbekommen habe, können die Frauen bei den Piraten schon selber denken und sprechen. Die Grünen diskriminieren übrigens Armut, da liest man bei der taz aber nix drüber. Und "Quote = links" finde ich auch eher fragwürdig, ehrlich gesagt.

 
Am/um 21. September 2011 um 05:05 , Blogger Crackpille meinte...

Die Gender-Debatte bei den Piraten ist iÜ nicht auf Frauen fixiert. Unter überkommenen Geschlechterrollenbildern leiden alle und gerade unter Männern ist bspw. dieser "Das-ist-schwul-Sexismus" sehr weit verbreitet wenn man Seiten zeigt, die im Rollenbild als weiblich assoziiert werden.

Letztlich haben alle Geschlechter dasselbe Problem und sind deshalb auch motiviert, es gemeinsam zu lösen - ganz gleich ob unten was hängt oder nicht.

Die Männer haben dieses Thema auch verschlafen, weil sie den Feminismus bspw. immer als Frauen-Thema betrachtet haben ohne zu erkennen, dass Geschlechterrollenbilder nicht auf Frauen beschränkt sind.

 

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